Im Werk von Hyundai in Nošovice, Tschechien, ist kürzlich das fünfmillionste Fahrzeug vom Band gelaufen. Das Jubiläumsfahrzeug, ein TUCSON Hybrid, ist dabei mehr als nur eine Zahl – es symbolisiert den tiefgreifenden Wandel des Standorts hin zu einem zentralen Hub für die Elektromobilität in Europa.
Die Transformation zur E-Mobilität
Ein entscheidender Wendepunkt für das Werk war das Jahr 2020 mit dem Start der Produktion von Elektrofahrzeugen. Damals war der vollelektrische KONA das erste in Tschechien in Serie gefertigte E-Auto. Seit diesem Startschuss hat sich die Ausrichtung des Werks rasant in Richtung nachhaltiger Antriebe verschoben. Mittlerweile wurden über 650.000 elektrifizierte Fahrzeuge gefertigt, die heute mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion in Nošovice ausmachen. Der TUCSON, das dominierende Modell des Werks, trägt mit seinen Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.
Das Herzstück: Eigene Batteriemontage vor Ort
Um die strategische Ausrichtung auf Elektromobilität zu untermauern, wurde eine ehemalige Getriebe-Produktionshalle in ein Werk zur Montage von Batteriesystemen (BSA) umgewandelt. Dieser von Hyundai Mobis betriebene Bereich liefert die essenziellen Komponenten für die E-Fahrzeuge. Mit einer geplanten Kapazitätserweiterung auf 450.000 Einheiten pro Jahr versorgt das Werk nicht nur die eigene Produktion, sondern auch das nahegelegene Kia-Werk in Žilina und festigt so die Rolle der Region als wichtiger Akteur in der europäischen Batteriefertigung.
Vom Produktionsstandort zum Entwicklungszentrum
Parallel zum Produktionswachstum hat sich auch die Rolle von Nošovice innerhalb des Konzerns gewandelt. War das Werk früher vor allem in den späten Testphasen involviert, ist es heute bereits in der frühen Entwurfsphase neuer Modelle beteiligt. An der Entwicklung der aktuellen Generation des KONA Elektro war HMMC bereits zu rund 50 Prozent beteiligt. Bei einem neuen Modell, das noch in diesem Jahr das Werk verlassen wird, soll dieser Anteil sogar auf rund 75 Prozent ansteigen. Diese Entwicklung zeigt das wachsende Vertrauen in die technische Kompetenz des tschechischen Standorts.
Nachhaltige Zukunft: Investitionen in grüne Energie und Automatisierung
Die Weichen für die Zukunft sind klar auf Nachhaltigkeit und Effizienz gestellt. Kürzlich wurde der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände abgeschlossen. Zudem werden in Kürze 118 Ladestationen für Elektrofahrzeuge auf den Mitarbeiter- und Besucherparkplätzen in Betrieb genommen. Gleichzeitig schreitet die Automatisierung voran: Technologien zur automatischen Positionierung von Windschutzscheiben und zur präzisen Vermessung von Karosserieteilen wurden bereits eingeführt. Für das laufende Produktionsjahr sind fast 265.000 Fahrzeuge geplant, von denen rund die Hälfte elektrifiziert sein wird – ein klarer Beleg für die konsequente Ausrichtung auf die Mobilität der Zukunft.
