Das elektrisierte Parkhaus

N-ERGIE Parkhaus Nürnberg

128 der 338 Auto-Stellplätze verfügen über einen Ladepunkt. Das sind knapp 40 Prozent. Damit dürfte das Parkaus in Nürnberg-Sandreuth das vermutlich größte E-Parkhaus in Deutschland, ganz bestimmt aber in Bayern, sein.

Seit Baubeginn im Mai 2020 wurde das „Parkhaus der Zukunft“ auf dem Betriebsgelände des Energieversorgers N-ERGIE als öffentliches Leuchtturmprojekt für moderne und innovative Mobilität angelegt. Für die Umsetzung der Ladelösung holte sich die Planer Unterstützung des eMobility-Dienstleisters reev aus München. Neben den 128 Ladepunkte für Elektroautos gibt es noch 20 Ladepunkte für E-Bikes und fünf Ladepunkte für E-Scooter auf den 14 Halbgeschossen. Die Park- und Lademöglichkeiten können Mitarbeiter von N-ERGIE sowie von jedem Anwohnern oder Pendler genutzt werden. Die Parkbelegung wird mittels eingebauter Parksensoren intelligent gesteuert: Beim Einfahren registriert eine Kamera das Kennzeichen. Die elektronische Anzeige am Eingang teilt den Fahrern automatisch einen Parkplatz zu. Das spart Zeit und vermeidet einen Rückstau.

N-ERgie Parkhaus
N-ERGIE „Parkhaus der Zukunft“ in Nürnberg-Sandreuth, Fotocredit: winklerbild.de

Solaranlage auf dem Dach

Wir möchten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Unser neues Parkhaus ermöglicht es, das eigene Fahrzeug abzustellen und auf emissionsarme Alternativen, wie zum Beispiel den ÖPNV oder unsere Sharing-Angebote, wie VAG Rad, umzusteigen. Damit möchten wir ein attraktives Angebot für die Öffentlichkeit bieten“, sagt N-ERGIE Vorstandsvorsitzender Josef Hasler. Den Strom für die Elektrofahrzeuge liefert das Parkhaus selbst und regenerativ. Auf dem Dach erzeugen Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 100 kWp grünen Strom. Eine Batterie mit 100 kW Leistung und 112 kWh Speicherkapazität sorgt für die optimale Nutzung der erzeugten Solarenergie. Dazu puffert der Akku die Energie so, dass schnelle Leistungspeaks abgefedert werden können.

Etagenweises Lastmanagement

Der Münchner eMobility-Spezialist reev sorgt, neben der Steuerung und Abrechnung der Ladevorgänge, für das Energiemanagement inklusive der PV-Anlage und des Batteriespeichers. Beim Lastmanagement betrachtet reev nicht nur das Gebäude im Ganzen, sondern jedes der mit Lademöglichkeiten ausgestattete Halbgeschosse wird über einzelne Unterverteiler gesteuert. Diese sind ebenen-übergreifend miteinander gekoppelt, um bedarfsgerecht anzusteuern, wie viel Strom auf welcher Parkebene zur Verfügung steht. Zudem ermöglicht eine Cloud-Software von reev, die gesamte Ladelösung aus der Ferne zu steuern. Erweiterungen und Updates der Ladelösung können flexibel umgesetzt werden, womit das Projekt auf Jahrzehnte zukunftsfähig bleibt. Bei der Hardware setzt man auf die eMH3 Wallboxen von ABL, dem Ladelösungs-Experten der Metropolregion Nürnberg.

N-ERGIE Parkhaus Ladepunkte
128 Ladepunkte auf 14 Halbetagen, Foto: reev GmbH
Dirk Kunde

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzellen, stationäre Speicherbatterien, V2G, Ladeinfrastruktur, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Darum geht es in meinen Artikeln und Videos. Als Journalist bin ich stets auf der Suche nach neuen Ideen für Mobilität von Morgen.

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