BMW Plug & Charge: Ad-hoc-Laden ohne Ladekarte und Vertrag

BMW Plug & Charge

Die BMW Group führt eine neue Funktion für das öffentliche Laden ein. Seit Mitte März 2026 können Besitzer eines elektrischen BMW oder MINI in Deutschland Plug & Charge Multi Contract nutzen. Es ermöglicht das Laden an Schnellladesäulen (DC), ohne spezifischen Ladevertrag mit dem Anbieter. Der Ladevorgang startet automatisch und wird über die hinterlegte Kreditkarte abgerechnet.

Automatische Authentifizierung per Fahrzeug-ID

Die technische Basis für den neuen Service ist der Kommunikationsstandard ISO 15118, der eine sichere Datenübertragung zwischen Fahrzeug und Ladesäule ermöglicht. Nutzer hinterlegen ihre Kreditkartendaten im Plug & Charge Menü der myBMW- oder MINI-App und verknüpfen diese mit ihrer Fahrzeug-ID.

An einer kompatiblen Ladesäule identifiziert sich das Fahrzeug nach dem Einstecken des Ladekabels selbstständig. Zusätzliche Schritte wie die Authentifizierung per Ladekarte oder Smartphone-App entfallen. Die Funktion steht für alle Plug‑&‑Charge‑fähigen Fahrzeuge der Marken zur Verfügung und adressiert insbesondere Nutzergruppen ohne festen Ladevertrag, wie Flottenfahrer oder internationale Touristen.

Kostenkontrolle und ein begrenztes Netz zum Start

Die Abrechnung erfolgt zu den Ad-hoc-Konditionen des jeweiligen Ladesäulenbetreibers. Der geltende Preis pro Kilowattstunde wird vor dem Ladevorgang im Infotainmentsystem des Fahrzeugs sowie in der dazugehörigen App angezeigt. Die Abbuchung der Kosten erfolgt von der hinterlegten Kreditkarte. Dies gewährleistet Kostentransparenz. Allerdings sei angemerkt: Ad hoc-Preise sind selten die Günstigsten. Wem es auf einen niedrigen Preis pro Kilowattstunde ankommt, fährt mit einem Vertrag günstiger.

Den technischen Unterbau für die Zahlungsabwicklung mit Kreditkarte und das Roaming liefert die Berliner Firma Hubject. Zum Start des Angebots kooperiert BMW zunächst nur mit Mer Deutschland, dessen Netzwerk rund 1.400 Ladepunkte in Deutschland und Österreich umfasst. Gemessen an der Gesamtzahl öffentlicher Ladepunkte in Deutschland ist dies ein überschaubarer Beginn. Der Ausbau auf weitere Ladenetzwerkbetreiber ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 angekündigt.

Fazit: Ein notwendiger Schritt, aber keine Revolution

BMW implementiert mit dem vertraglosen Plug & Charge eine Funktion, die den Ladealltag erleichtern kann. Die automatische Authentifizierung und Abrechnung senkt die Hürden beim öffentlichen Laden. Technologisch handelt es sich jedoch um eine Aufholbewegung. Wettbewerber wie Tesla bieten diese nahtlose Integration seit Jahren im eigenen Netzwerk an. Auch beim klassischen Tanken ist die Bezahlung mit einer Kreditkarte üblich. Dass es unterschiedliche Preis je nach Bezahlart an einer Ladestation gibt, ist nur schwer verständlich. Der Erfolg des Angebots von BMW hängt davon ab, wie schnell die Zahl kooperierender Ladenetzbetreiber wächst. Der Start mit lediglich 1.400 Ladepunkten ist ein erster, aber noch kleiner Schritt in einem fragmentierten Markt.

Bild von Maik Machnig

Maik Machnig

Der selbsternannte Nerd liebt Technologie. Sein großer Wunsch: Eine Fahrt quer durch Deutschland in einem autonom fahrenden Auto.

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