BMW iX4: Die Neue Klasse bekommt ein Coupé-Dach

BMW iX4

BMW stellt mit dem iX4 das zweite SUV der Neuen Klasse vor. Das SUV-Coupé nutzt die sechste eDrive-Generation mit 800-Volt-Technik und Rundzellen. Im Topmodell leistet es 612 PS. Der iX4 50 xDrive lädt mit bis zu 400 kW und kommt nach WLTP bis zu 828 Kilometer weit. Marktstart ist im März 2027. Preise nennt BMW bislang nicht.

Coupé-Silhouette auf iX3-Basis

Der iX4 ist das Coupé-Derivat des iX3 und teilt sich mit ihm die Plattform der Neuen Klasse. Er misst 4.782 Millimeter in der Länge, 1.895 Millimeter in der Breite und 1.595 Millimeter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2.897 Millimeter. Die abfallende Dachlinie kostet Volumen: Der Kofferraum fasst 490 Liter, bei umgeklappter Rückbank 1.600 Liter. Unter der Fronthaube liegt ein zusätzliches Fach mit 58 Litern.

Aerodynamisch liegt der iX4 mit einem cW-Wert von 0,23 bei einer Stirnfläche von 2,58 Quadratmetern auf gutem Niveau für ein SUV dieser Größe. Der Heckspoiler mit integrierter Bremsleuchte soll dazu beitragen. Das M Sportpaket mit 20-Zoll-Rädern gehört zur Serienausstattung, ebenso ein Panoramadach mit Klimakomfort-Glas.

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„Mit dem neuen vollelektrischen BMW iX4 erweitern wir das Portfolio der Neuen Klasse um ein besonders emotionales Fahrzeug. Seine markanten Proportionen, die elegante Coupé-Silhouette und die Technologien der Neuen Klasse verbinden sich zu einem einzigartigen Charakter. Er vereint Sportlichkeit, Expressivität und innovative Technologie und setzt damit einen ausdrucksstarken Impuls in unserem vollelektrischen BMW Portfolio.“, sagt Mike Reichelt, Head of Neue Klasse, BMW Kompakt- und Mittelklasse.

Gen6-Antrieb: Zwei Motoren, zwei Batterien

Alle Varianten haben Allradantrieb mit je einer E-Maschine pro Achse. Hinten arbeitet eine stromerregte Synchronmaschine, vorn eine Asynchronmaschine. Motor, Leistungselektronik und Getriebe sitzen jeweils in einem gemeinsamen Gehäuse. Die Asynchronmaschine an der Vorderachse kann im Teillastbereich ohne nennenswerte Schleppverluste mitlaufen. Das ist ein Effizienzvorteil gegenüber permanenterregten Frontmotoren.

Der iX4 50 xDrive leistet 345 kW (469 PS) und 645 Nm. Er beschleunigt in 4,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 210 km/h. Seine Batterie hat 108,7 kWh netto und eine Nennspannung von knapp 700 Volt. Die WLTP-Reichweite liegt bei 680 bis 828 Kilometern.

Der iX4 40 xDrive kommt auf 275 kW (374 PS) und 520 Nm. Er sprintet in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 und ist bei 200 km/h abgeregelt. Die Pressemitteilung verschweigt ein wichtiges Detail: Der 40 xDrive nutzt eine kleinere Batterie mit 82,6 kWh netto. Das geht nur aus dem technischen Datenblatt hervor. Seine Reichweite beträgt 526 bis 638 Kilometer.

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Laden mit 400 kW, aber nur im 50 xDrive

Die versprochenen 400 kW DC-Ladeleistung gelten nur für den 50 xDrive. Der 40 xDrive lädt mit maximal 300 kW. Beide Varianten benötigen laut BMW 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Nach zehn Minuten am Schnelllader hat der 50 xDrive Energie für 296 bis 387 Kilometer nachgeladen, der 40 xDrive für 234 bis 301 Kilometer. Voraussetzung ist eine Ladesäule, die diese Leistung tatsächlich liefert. In Europa ist das bislang die Ausnahme.

An der Wallbox lädt der iX4 serienmäßig mit 11 kW, optional mit 22 kW. Bidirektionales Laden ist an Bord: Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid laufen mit bis zu 11 kW über DC. Vehicle-to-Load mit 3,7 kW kostet Aufpreis.

Autobahnverbrauch relativiert die Reichweite

Aufschlussreicher als der WLTP-Mix ist der Autobahnwert aus dem Datenblatt. BMW gibt für den 50 xDrive 20,0 bis 21,4 kWh/100 km an. Daraus ergibt sich eine Autobahnreichweite von rund 510 bis 540 Kilometern. Beim 40 xDrive liegt der Autobahnverbrauch mit 20,3 bis 24,3 kWh/100 km sogar über dem des stärkeren Modells. Mit der kleineren Batterie bleiben so auf der Autobahn nur etwa 340 bis 410 Kilometer. BMW erklärt diese Abweichung nicht.

Das Leergewicht liegt beim 50 xDrive bei 2.305 Kilogramm nach DIN, beim 40 xDrive bei 2.185 Kilogramm. Die Anhängelast beträgt 2.000 Kilogramm.

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M60 xDrive mit 612 PS

Das Topmodell iX4 M60 xDrive ist ab Januar 2027 bestellbar. Es leistet 450 kW (612 PS) und 875 Nm. Der Sprint auf 100 km/h dauert 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h. Die vorläufige Reichweite gibt BMW mit bis zu 777 Kilometern an. Serienmäßig sind ein adaptives M Fahrwerk mit geregelten Dämpfern, eine Sportlenkung mit variabler Übersetzung und ein geregeltes M Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Alle Werte des M60 sind noch nicht homologiert.<h2>Heart of Joy und Panoramic iDrive</h2>

Wie alle Modelle der Neuen Klasse ist der iX4 als softwaredefiniertes Fahrzeug aufgebaut. Der Zentralrechner „Heart of Joy“ bündelt Antriebs- und Fahrdynamikregelung. BMW gibt an, er regle zehnmal schneller als bisherige Systeme. Eine messbare Bezugsgröße liefert der Hersteller dazu nicht.

Im Cockpit setzt BMW auf das Panoramic iDrive mit dem Betriebssystem BMW Operating System X. Es kombiniert das Panoramic Vision unterhalb der Windschutzscheibe, ein 3D-Head-up-Display, einen 17,9-Zoll-Zentralbildschirm und ein Lenkrad mit Shy-Tech-Bedienelementen.

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Assistenz: Hands-off bis 130 km/h

Der Autobahnassistent erlaubt freihändiges Fahren bis 130 km/h und automatisierte Spurwechsel auf freigegebenen Strecken. BMW nennt 21 Länder, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz und die USA. Rechtlich bleibt das ein Level-2-System, der Fahrer trägt weiter die Verantwortung. Ein Level-3-System, wie es BMW im 7er und Mercedes im Drive Pilot anbieten, erwähnt BMW für den iX4 nicht. Auch zur Sensorik schweigt die Mitteilung. Ob der iX4 Lidar nutzt und wie viele Kameras und Radare verbaut sind, bleibt offen.<h2>Fazit</h2>

Der iX4 übernimmt die starke Technik des iX3 und ergänzt sie um eine bessere Aerodynamik. Mit 400 kW Ladeleistung und über 800 Kilometern WLTP-Reichweite setzt der 50 xDrive Maßstäbe im Segment. Audi Q6 Sportback e-tron und Porsche Macan Electric laden auf der PPE-Plattform mit maximal 270 kW. Mercedes muss mit dem elektrischen GLC und dessen Coupé-Ableger nachziehen. Die Schwächen liegen im Detail: Der Basis-iX4 erhält eine deutlich kleinere Batterie und weniger Ladeleistung, ohne dass BMW das offen kommuniziert. Ohne Preise bleibt zudem unklar, ob der Aufpreis gegenüber dem iX3 gerechtfertigt ist.

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Bild von Bernd Troller

Bernd Troller

Auf dem heimischen Dach seinen eigenen Kraftstoff produzieren zu können, ist für Bernd der größte Vorteil der Elektromobilität. Gut, das leise Fahren mit seinem VW ID.3 schätzt er natürlich auch.

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