Waymo Driver Gen 5: Neue Sensorik für autonomes Fahren

Waymo Gen 5 Jaguar I-Pace

Waymo, die auf autonomes Fahren spezialisierte Tochtergesellschaft von Alphabet (Google), hat die fünfte Generation ihres Fahrsystems vorgestellt. Mit einer überarbeiteten Sensorik und einer auf Skalierbarkeit ausgelegten Architektur will das Unternehmen die technologische Grundlage für den kommerziellen Betrieb seiner Robotaxi-Flotten schaffen. Die neue Hardware verspricht mehr Reichweite, eine höhere Auflösung und eine verbesserte Leistung bei widrigen Wetterbedingungen.

Die fünfte Generation: Mehr als nur ein Update

Die fünfte Generation des „Waymo Driver“ ist ein entscheidender Baustein für den Rollout des Systems in die breite Masse. Es handelt sich nicht um eine Weiterentwicklung, sondern um eine von Grund auf neu konzipierte Plattform. Das System wurde für eine vereinfachte Herstellung und Integration in unterschiedliche Fahrzeugtypen wie den Jaguar I-Pace, den Chrysler Pacifica oder schwere Lkw der Klasse 8 optimiert. „Unsere fünfte Generation des Waymo Driver ist ein gewaltiger Sprung nach vorn. Sie bietet eine leistungsfähigere und umfassendere Sensor-Suite, die auf Skalierbarkeit ausgelegt ist“, sagt Satish Jeyachandran, Head of Hardware bei Waymo.

Sensor-Fusion: Lidar, Radar und Kameras

Das Herzstück der neuen Generation ist die überarbeitete Sensor-Suite. Waymo bleibt seiner Strategie der redundanten Sensor-Fusion treu und kombiniert Lidar, Radar und Kameras, um ein robustes Umfeldmodell zu erzeugen.

Ein neu entwickelter 360-Grad-Lidar, dessen Design an eine Bienenwabe erinnert, thront als zentrales Element auf dem Fahrzeugdach. Er soll Objekte in einer Entfernung von bis zu 300 Metern präzise erkennen. Ergänzt wird dieser durch vier weitere Lidar-Sensoren an den Ecken des Fahrzeugs, die das Nahfeld lückenlos überwachen. Diese Konfiguration soll vor allem im komplexen Stadtverkehr eine detaillierte Erfassung von Fußgängern und Radfahrern sicherstellen.

Das Kamerasystem wurde ebenfalls massiv aufgerüstet. Insgesamt 29 Kameras liefern hochauflösende Bilder und ermöglichen eine Objekterkennung auf große Distanz. Laut Waymo kann das System ein Stoppschild aus über 500 Metern Entfernung identifizieren. Entscheidend ist jedoch die verbesserte Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen und Niederschlag – eine der größten Herausforderungen für kamerabasierte Systeme.

Als dritte Sensorebene kommt ein bildgebendes Radar zum Einsatz. Dieses liefert eine 360-Grad-Abdeckung und misst die Geschwindigkeit von Objekten in Echtzeit. Der wesentliche Vorteil der Radartechnologie ist ihre Unempfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen wie Nebel oder starkem Regen. Während Lidar und Kameras unter solchen Bedingungen an ihre Grenzen stoßen, liefert das Radar weiterhin zuverlässige Daten. Die Bezeichnung „Allwettertauglichkeit“ bleibt dennoch ein ambitioniertes Versprechen, dessen Einlösung in der Praxis noch nachgewiesen werden muss.

Zentralisierte E/E-Architektur und Fahrzeug-Integration

Die Vielzahl an Sensordaten wird in einer zentralisierten Recheneinheit verarbeitet. Dieser Ansatz einer zentralen Elektronik/Elektrik-Architektur (E/E-Architektur) vereinfacht nicht nur die Integration in verschiedene Fahrzeugplattformen, sondern erleichtert auch zukünftige Software-Updates. Durch die modulare und vereinfachte Bauweise senkt Waymo die Komplexität in der Fertigung und Wartung der Systeme – eine Grundvoraussetzung für den Betrieb großer Flotten.

Konsequente Evolution auf dem Weg zur Skalierung

Mit der fünften Generation untermauert Waymo seinen Anspruch als einer der Technologieführer im Bereich autonomes Fahren. Die neue Hardware ist ein konsequenter Schritt in Richtung Industrialisierung und Skalierbarkeit. Insbesondere der multimodale Sensoransatz aus Lidar, Radar und Kameras stellt einen klaren Gegenentwurf zu Teslas umstrittener „Vision-only“-Strategie dar und dürfte in puncto Sicherheit und Redundanz Vorteile bieten.

Die technischen Daten der Sensorik sind beeindruckend. Die eigentliche Herausforderung bleibt jedoch, die versprochene Zuverlässigkeit unter allen denkbaren Bedingungen – insbesondere bei schlechtem Wetter – im realen Betrieb nachzuweisen. Der Erfolg von Waymo wird sich nicht allein an der Leistungsfähigkeit der Hardware messen lassen, sondern daran, wie schnell und kosteneffizient das System in großem Stil auf die Straße gebracht werden kann.

Bild von Frank Schultz

Frank Schultz

ist passionierter E-Auto-Fahrer. Für ihn zählen leises und vor allem entspanntes Fahren zu den größten Vorteilen. Die Ladepausen verbringt er mit einem Blick auf die neuesten Meldungen zur Elektromobilität und postet sie hier.

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