US-Fahrdienstanbieter Uber investiert bis zu 1,25 Milliarden Dollar in Rivian – und sichert sich damit Zugang zu einer Flotte vollautonomer Elektro-Robotaxis. Die Partnerschaft zielt auf den kommerziellen Einsatz von 10.000 autonomen Rivian-R2-Fahrzeugen, mit einer Option auf bis zu 40.000 weitere Fahrzeuge ab 2030.
Investition an Meilensteine geknüpft
Die Gesamtinvestition von bis zu 1,25 Milliarden Dollar fließt gestaffelt bis 2031 – jeweils wenn Rivian definierte Autonomie-Meilensteine zu festen Terminen erreicht. Eine erste Tranche von 300 Millionen Dollar ist nach Vertragsunterzeichnung fest zugesagt, vorbehaltlich behördlicher Genehmigung. Die autonomen R2-Fahrzeuge sollen ausschließlich über die Uber-Plattform verfügbar sein.
Rollout ab 2028 in San Francisco und Miami
Der kommerzielle Betrieb soll 2028 in San Francisco und Miami anlaufen. Bis Ende 2031 planen beide Unternehmen die Ausweitung auf 25 Städte in den USA, Kanada und Europa. Voraussetzung dafür ist, dass Rivian die vereinbarten technischen Meilensteine einhält.
Rivians Autonomieplattform der dritten Generation
Technische Grundlage ist Rivians im Dezember 2025 vorgestellte Autonomieplattform der dritten Generation, die Ende 2026 im R2 eingeführt werden soll. Das System kombiniert elf Kameras mit zusammen 65 Megapixeln, fünf Radarsensoren und einen Lidar. Die Rechenleistung liefern zwei hauseigene RAP1-Chips mit insgesamt 1.600 TOPS KI-Rechenleistung. Die erfassten Sensordaten – darunter dreidimensionale Lidar-Punktwolken – fließen kontinuierlich in Rivians Trainingsdatensatz ein und sollen die Weiterentwicklung des Autonomiesystems beschleunigen.
Vertikale Integration als Argument für die Partnerschaft
Uber-Chef Dara Khosrowshahi begründete die Entscheidung für Rivian mit dem Ansatz des Unternehmens, Fahrzeug, Rechnerarchitektur und Softwarestack gemeinsam zu entwickeln und dabei Fertigung sowie Lieferkette in den USA selbst zu kontrollieren. Diese vertikale Integration kombiniert mit den Betriebsdaten aus der wachsenden Kundenbasis gebe Uber die nötige Überzeugung, die ambitionierten Ziele gemeinsam anzugehen.
Rivian-Gründer und CEO RJ Scaringe sieht in der Partnerschaft einen Beschleuniger für den Weg zu Level-4-Autonomie – also zum vollständig fahrerlosen Betrieb ohne menschliche Eingriffsmöglichkeit.