Die aktuelle Autostudie der Targobank belegt eine deutliche Dynamik im Automarkt: Erstmals rückt das Elektroauto auf den zweiten Platz der beliebtesten Antriebsarten vor, direkt hinter dem klassischen Benziner. Die Akzeptanz für E-Mobilität nimmt spürbar zu.
Der Verbrenner an der Spitze, das E-Auto auf dem Vormarsch
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat für die Studie 1.002 Personen über 18 Jahre online befragt. 29 Prozent der Autokäufer würden sich derzeit für einen Benziner entscheiden. Damit bleibt dieser Antrieb an der Spitze, verzeichnet aber leichte Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr. Der Diesel hält sich stabil bei 14 Prozent.
Die eigentliche Verschiebung findet dahinter statt: Mit 21 Prozent Beliebtheit erobert das E-Auto erstmals den zweiten Rang. Dies spiegelt sich auch in der Wechselbereitschaft wider: 34 Prozent der Fahrer von Benzin- oder Dieselfahrzeugen planen beim nächsten Autokauf einen Umstieg auf einen alternativen Antrieb. Hybridantriebe bleiben mit 19 Prozent eine konstante Größe. Das für 2035 geplante Zulassungsverbot für neue Verbrenner stößt bei 74 Prozent der Befragten weiterhin auf Ablehnung.

Anschaffungskosten und Reichweite bleiben große Hürden
Trotz der wachsenden Akzeptanz bestehen Bedenken gegenüber der Elektromobilität fort. Der hohe Anschaffungspreis ist für 64 Prozent der Befragten das Hauptargument gegen ein E-Auto. Dicht dahinter folgen die Sorge über eine zu geringe Reichweite (60 Prozent) sowie die als unzureichend empfundene Ladeinfrastruktur (53 Prozent) und die Dauer des Ladevorgangs (50 Prozent). Die wichtigsten Entscheidungsfaktoren bei der Wahl des Antriebs sind daher die Anschaffungskosten (31 Prozent) und Reichweite (30 Prozent). Auch die Kraftstoffpreise gewinnen mit 15 Prozent wieder an Bedeutung.
Gemischte Gefühle bei der E-Auto-Förderung
Aus den Bedenken leiten sich klare Wünsche an die Politik ab. Eine große Mehrheit von 79 Prozent fordert einen zügigen Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Ebenso wünschen sich 77 Prozent stärkere Investitionen in die Weiterentwicklung der Batterietechnologie. Die staatliche E-Auto-Kaufprämie wird zwiespältig gesehen. Zwar empfindet gut die Hälfte der Befürworter die aktuelle Förderhöhe als zu niedrig, gleichzeitig bewertet eine große Mehrheit aller Befragten (71 Prozent) die Wirkung der Prämie kritisch. Sie gehen davon aus, dass die Subventionen die Fahrzeugpreise letztlich in die Höhe treiben und somit keine echte Entlastung für die Käufer schaffen.
Ein kritischer Blick auf die deutsche Automobilindustrie
Die Zukunftsaussichten der deutschen Automobilbranche werden von 65 Prozent der Befragten kritisch eingeschätzt. Als Hauptgründe werden die starke internationale Konkurrenz, die politischen Rahmenbedingungen und eine mangelnde Innovationsfähigkeit der heimischen Hersteller genannt. Chancen sehen die Fahrerinnen und Fahrer vor allem in der zunehmenden Digitalisierung, etwa durch intelligente Assistenzsysteme. Neue Bezahlmodelle, bei denen Funktionen wie eine Sitzheizung per Abo freigeschaltet werden müssen, stoßen hingegen auf breite Ablehnung bei 82 Prozent der Befragten.
Grüne Mobilität als Vorteil im Job
Nachhaltige Mobilitätsangebote haben sich als attraktiver Vorteil für Arbeitnehmer etabliert. Besonders gefragt ist eine kostenlose Ladeinfrastruktur für E-Autos und E-Bikes am Arbeitsplatz, was 80 Prozent der Erwerbstätigen begrüßen würden. Auch das Angebot eines Jobrads (66 Prozent) und die Übernahme der Kosten für das Deutschland-Ticket (64 Prozent) stoßen auf großes Interesse. Arbeitgeber können zudem punkten, wenn sie die private Anschaffung von Ladegeräten finanziell bezuschussen.
Vier E-Auto bei den zehn beliebtesten Dienstautos
Eine weitere Datenauswertung belegt: Elektromobilität befindet sich auf dem Vormarsch. Der Autoleasinganbieter Ayvens (vormals ALD Automotive und LeasePlan) hat gewerblich geleaste Pkw über sämtliche Antriebsarten hinweg ausgewertet und eine Liste der Dienstwagenfavoriten veröffentlicht.
Der Ford Focus ist der beliebteste Dienstwagen bei Ayvens in Deutschland, einem der führenden Anbieter für herstellerunabhängige Mobilitätsdienstleistungen. Mit Skoda Enyaq und Volkswagen ID.7 auf den Plätzen 2 und 3 haben es erstmalig zwei vollelektrische Pkw unter die Spitzenreiter geschafft.
Die neue Analyse bestätigt, dass Elektromobilität in den Köpfen der Fuhrparkentscheider in den Unternehmen und bei den dienstwagenberechtigten Fahrern angekommen ist. War in der Auswertung im vergangenen Jahr der Skoda Enyaq als einziges reines E-Auto im Top-10-Ranking, so sind es mit den Modellen Volkswagen ID.7, Smart #5 sowie Polestar 4 zusätzlich jetzt schon knapp die Hälfte.
Das sind die Top 10 der beliebtesten Dienstwagen:
- Ford Focus (3,6 %)
- Skoda Enyaq (3,2 %)
- Volkswagen ID.7 (3,0 %)
- Mercedes GLC (2,8 %)
- Skoda Kodiaq (2,8 %)
- Smart #5 (2,7 %)
- BMW 3er (2,5 %)
- Polestar 4 (2,3 %)
- Skoda Octavia (2,3 %)
- BMW X3 (2,3 %)

Die Elektroauto-Durchdringung bei Ayvens weltweit erreichte 43 Prozent der Neuzulassungen von Personenkraftwagen für 2025 (vollelektrisch 32 % und Plug-in-Hybrid 11 %) gegenüber 39 Prozent im Jahr 2024. „Die Mobilitätswende wird durch die Zulassungen in den gewerblichen Flotten vorangetrieben. Jetzt ist es wichtig, diese Entwicklung fortzusetzen, Unternehmen auf ihrem Weg in die Elektromobilität zu unterstützen und die Infrastruktur weiter zu verbessern„, sagt Martin Kössler, Geschäftsführer von Ayvens.
